Weiße Wanne in Italien

Weiße Wanne in Italien

In Italien gibt es keine spezifische Normen bzw. Richtlinien bezüglich Weißer Wannen. Aus diesem Grund richten sich die unten angeführten Ausführungen auf der Grundlage der österreichischen Normen und Richtlinien.

 

Die Richtlinie „Wasserundurchlässige Bauwerke- Weiße Wannen“ (nachfolgend RLWW) wurde 1999 durch die Österreichische Bautechnik Vereinigung (ÖBV) erstmals veröffentlicht und anschließend abgeändert.

Weiße Wannen sind in Österreich damit nur teilweise reglementiert. Sie erfordern eine präzise Planung und Ausführung in allen Details. Denn Probleme bei Weißen Wannen entstehen häufig nicht beim Beton sondern bei Fugen und Durchdringungen: Beton ist „immer dicht“ zwischen den Rissen. (Prof. Glatzl).

 

Nur durch umfassende Planung und Überwachung der Abdichtungsarbeiten sind die Vorteile der Weißen Wanne gegenüber anderen Abdichtungsmethoden sicher zu realisieren, ohne Haftungsrisiken für die beteiligten Planer hervorzurufen.

 

Bei der Planung der Weißen Wanne sind insbesondere folgende Elemente zu berücksichtigen:

  • Baustoff Beton:
  • Auswahl eines Betons hohem Wassereindringwiderstand
  • Zwangsspannungen im Beton:
  • Aussagen zur Rissentwicklung und Bewehrungsführung. Die Optimierung der Betonkonstruktion zur Vermeidung von Zwängen unter anderem auch durch die Planung von Fugen und Sollrissstellen, inkl. entsprechender Fugenabdichtung; Durchdringungsabdichtung; Wahl geeigneter Produkte zur Abdichtung von Durchdringungen wie Leitungen, Kanalisation, Schalungsbindeelemente, usw.
  • Bauausführung:
  • Überwachung und Kontrolle der Betonierarbeiten, Nachbehandlung, Einhalten der Ausschalfristen
  • Sanierbarkeit:
  • Die Bereiche der Weißen Wanne sollten für eine spätere Sanierungsmaßnahme zugänglich bleiben. Die muss bei der Planung berücksichtigt werden.
  • Bauphysik: 
  • Insbesondere Wärmedämmung zur Vermeidung von Kondensat, Wärmebrücken, usw.

 

 

System ZEMENTOL®

Richtlinie Weiße Wanne

Projektkonzeption und Anforderungen

 

Objektbezogene Planung – dadurch projektbezogene Optimierungsmöglichkeiten und Detailplanung. Insbesondere Optimierung des Bewehrungsgehaltes und bei der Betonwahl.

Allgemeines Regelwerk – dadurch keine Betrachtung des Einzelfalls. Damit das Regelwerk für alle Projekte Gültigkeit hat müssen Sicherheitsbeiwerte bei Stahl und Betonwahl angesetzt werden.

Detaillierter Ausführungsplan wird in Abstimmung mit anderen Fachplanern durch erfahrene ZEMENTOL®-Ingenieure erstellt.

Die Ausführungsplanung ist entweder von Bauingenieur oder Architekt zu verantworten.

Mindestbauteilstärkebei höchster Anforderungsklasse ab 25 cm möglich.

Bauteilstärken bei höchster Anforderungsklasse Kons ab 45 cm.

Dehnfugen, wo projektbezogen notwendig.

Enges Netz von Dehnfugen vorgeschrieben.

Kons < = 15 m

Kon1 < = 30 m

Standardbeton: C25/30 XC3,   a/c<0,55

Standardbeton: BS2A

Anforderungen an Materialien und Untergrund entsprechen baupraktisch üblichen Vorgaben

Teilweise aufwendige Vorgaben zu Gleitschichten unter Bodenplatten (Folien, Vlies) und Baumaterialien (Distanzhalter aus Faserbeton, usw.)

Ausführung

 

Überwachung und Dokumentation der ausgeführten abdichtungstechnischen Arbeiten durch ZEMENTOL®-Techniker

Keine Kontrolle des ausführenden Bauunternehmens. Dokumentation vorwiegend durch das ausführende Unternehmen selbst.

Lieferung von Baustoffen zur Abdichtung von Fugen, Durchdringungen, usw. Ganzheitliches System, Verantwortung und Gewährleistung von ZEMENTOL für die Gesamtheit der abdichtungsrelevanten Arbeiten.

Lieferung von Baustoffen durch unterschiedliche Unternehmen. Zum Teil keine Nachvollziehbarkeit der Verantwortung für die Abdichtung von Leitungsdurchdringungen.

Verarbeitung der Baustoffe durch ZEMENTOL®-Techniker und Übernahme der Haftung für die Wasserdichtigkeit.

Verarbeitung der Baustoffe durch den jeweiligen Lieferanten oder das Bauunternehmen. Übernahme der Haftung für die sach- und fachgerechte Ausführung ohne Anspruch auf Dichtigkeit.

Haftung

 

Haftung für Dichtigkeit trägt ZEMENTOL. Fehlstellen wie Risse werden durch ZEMENTOL wieder instandgesetzt.

Trotz Einhaltung der Richtlinie können Fehlstellen auftreten, die über die gewählte Rissbreite hinausgehen (Rissfraktile 95%). Das Risiko trägt der Bauherr, eventuell auch andere Projektbeteiligte.

Übernahme der Gewährleistung für 10 Jahre.

Gewährleistung um Rahmen der gesetzlichen Vorgaben (üblicherweise 3 Jahre).

Versicherungsschutz für 10 Jahre.

Keinerlei Versicherungsschutz

ZEMENTOL als „Regel der Technik“.

Mit der Anwendung des Systems und seiner Ausführungsvorschriften seit 1952 und ca. 1.000 abgedichteten Objekten pro Jahr wurde der notwendige Praxiserfolg langfristig nachgewiesen.

Richtlinie als „Stand der Technik“.

Im Schadensfall ist es üblich, dass die Nichteinhaltung von Richtlinien von den Gerichten als Nichteinhaltung des geforderten „Standes der Technik” qualifiziert wird. Die verantwortlichen Baubeteiligten können daher im Fall der Nichteinhaltung von Normen, auch wenn diese nicht vertraglich fixiert waren, mit Regressansprüchen konfrontiert werden.